Gewaltprävention: Argumente

Die Erziehung zum Frieden, zur Zusammenarbeit, zu Sorgfalt und Respekt bereitet auf das Leben in der Gemeinschaft vor

  • Die systematische und gezielte Stärkung dieser Werte in Schule und Elternhaus gibt Kindern und Jugendlichen eine ethische Orientierung. Auf dieser Basis lernen sie erkennen, was für ihr Leben wichtig ist und können bewusster Entscheidungen treffen.
  • Das Wissen um diese Werte fördert die Fähigkeit zur Selbstbestimmung und trägt zu einem positiven und realistischen Selbstkonzept bei.
  • Die Stärkung von kommunikativen Fähigkeiten hilft Kindern und Jugendlichen anderen zuzuhören und andere Meinungen zu akzeptieren und zu respektieren.

 

Regeln erleichtern das Zusammenleben

  • Regeln werden von Schülerinnen und Schülern besser befolgt, wenn sie gemeinsam mit den Lehrpersonen aufgestellt werden und auf Respekt und Solidarität basieren.
  • Die Wirksamkeit von Regeln verstärkt sich, wenn sie positiv formuliert sind, d.h. ein gewünschtes Verhalten oder einen erwünschten Zustand aufzeigen.
  • Eine Beziehung zwischen Schülerinnen/Schülern und Lehrpersonen, die auf Vertrauen und positiver Zuwendung beruht, erleichtert das Einhalten von Regeln.
  • Regelkonformes Verhalten wird verstärkt, wenn bei Regelverstössen eine klare konsistente Handhabung von Sanktionen mit einer Belohnung für positives Verhalten verbunden ist.

 

Kooperative Lern- und Arbeitsformen stärken den Gemeinschaftssinn

  • Kooperatives Lernen und Arbeiten fördern die Beziehungsfähigkeit.
  • Sie fördern die Konfliktfähigkeit und ebnen den Boden für demokratische Werte. Gefördert werden Kompetenzen, wie z.B. die eigene Rolle in der Gruppe erkennen und die der andern akzeptieren, zuhören und andere respektieren oder Entscheidungen zu treffen.

 

Der Raum als ‚dritter Pädagoge’ kann Gewalt und Aggressionen verhindern

  • Nicht nur die Lehrperson als erster oder der/die Mitschüler/in als zweiter Pädagoge, auch die räumliche Umgebung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung eines jungen Menschen: eine freundliche, stimulierende und kindgerechte Gestaltung von Schulzimmern, Gängen und Anlagen verhindert Gewalt.
  • Freundlich und zweckmässig gestaltete Innen- und Aussenräume helfen die Arbeit und das Zusammenleben zu ordnen und zu strukturieren und ermöglichen, dass Kräfte konstruktiv ausgelebt werden können.
  • Schülerinnen und Schüler, die an der Gestaltung ihres Lebensraumes beteiligt sind, identifizieren sich mit ihm, übernehmen Verantwortung dafür und tragen Sorge dazu.

 

Konstruktive Interventionen fördern Stärken und stärken Widerstandskräfte

(vgl. die vier A’s von Brendtro und Long, 1995):

  • Attachment (Zuneigung): Positive soziale Beziehungen sind Voraussetzung für ein positives soziales Verhalten
  • Achievement (Leistung): Der Aufbau von positiven Erwartungen bedeutet, dass ungenügende Leistungen in der Schule nicht akzeptiert werden.
  • Autonomy (Unabhängigkeit): Ware Disziplin basiert auf Verantwortung und nicht auf Gehorsam.
  • Altruism (Altruismus): Anderen helfen stärkt das eigene Selbstvertrauen.

 

Fazit: Kinder und Jugendliche brauchen Halt durch Werte und Regeln, Unterstützung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Mitwirkungsmöglichkeiten bei der Gestaltung ihres Lebensraums Schule, damit sie stark werden und Aggressionen und Gewalt entgegentreten können. 

 

Quelle: Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen Stadt Bern: Handbuch „Schulen gesundheitsfördernd gestalten! Argumente – Schwerpunkte – Ideen“. Stadt Bern, 2007