Sexuelle Gesundheit: Argumente

Sexuelle Gesundheit ist Voraussetzung für Entwicklung

  • Der Mensch ist von der Zeugung an ein sexuelles Wesen. Die psychosexuelle Entwicklung des Menschen vollzieht sich von der Geburt bis zum Tod.
  • Positive, altersgerechte sexuelle Erfahrungen stärken Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu einem selbstbewussten Menschen.
  • Sinnliche Körpererfahrungen ermöglichen es, den gesamten Körper als Teil sexuellen Erlebens und Empfindens kennen zu lernen. Voraussetzung dazu ist eine positive, wohlwollende Haltung zu Körperselbsterkundungen.

 

Sexuelle Gesundheit ist Voraussetzung für das Lernen

  • Sexualität ist ein lebenslanger Lernprozess, der sich entwickelt, sich verändert und beeinflusst werden kann.
  • Kognitive Fähigkeiten bilden eine wichtige Basis für einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität.
  • Ein respektvoller und reflektierter Umgang zwischen den Geschlechtern schafft eine entspannte Lernatmosphäre.
  • Scham und Abgrenzungsbedürfnisse signalisieren Grenzen. Sie sind ernst zu nehmen und zu respektieren.

 

Sexuelle Gesundheit ist Voraussetzung für Leistung

  • Sexuelle Energie beinhaltet sowohl positive wie negative Aspekte und deren Auseinandersetzung.
  • Sexualpädagogik fördert Lernerfahrungen im Umgang mit Partnerschaft, Lust und Frust sowie körperbezogene Sinneserfahrungen.

Sexualität ist Voraussetzung für Gesundheit

  • Sexualität ist ein Teilaspekt der menschlichen Gesundheit. Gelebte und auch nicht gelebte Sexualität wirkt sich auf den Gesundheitszustand aus – physisch wie psychisch.
  • Sexualität ist Lebensenergie, welche eine wichtige Antriebsfunktion beinhaltet und sich im positiven wie negativen Kontext zeigen kann.
  • Erfüllte - positiv erfahrene - Sexualität hat für die persönliche Zufriedenheit und Ausgeglichenheit eine grosse Bedeutung.
  • Sexuelle Gesundheit ist mehr als die Vermeidung ungewollter Schwangerschaften, sexuell übertragbarer Infektionen/Krankheiten und sexueller Gewalt. Sie hat ebenso mit Lust, Beziehung und Identität zu tun und beschränkt sich nicht nur auf Körperfunktionen und Fortpflanzung.

Fazit:

Sexualpädagogik im Sinne von Gesundheitsförderung fördert eine gesunde Balance zwischen Freiheit (Lust) und Sicherheit (Schutz).

 

Quelle: Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen Stadt Bern: Handbuch „Schulen gesundheitsfördernd gestalten! Argumente – Schwerpunkte – Ideen“. Stadt Bern, 2007